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Fragen & Antworten

1. Müssen Hausanschlüsse dicht sein?
Ja, wobei Hausanschlüsse schon seit jeher dicht sein müssen. Geändert hat sich vor einigen Jahren nur die Gesetzesgrundlage. Ende 2007 ist dieser Paragraph vom Bau-Gesetzbuch (BauGB) ins Landeswassergesetz (LWG NRW) übernommen worden.

Funktionsprüfung (seit 2013)
Der §61a des Landeswassergesetzes NRW existiert seit März 2013 nicht mehr. An seine Stelle sind andere Regelungen im LWG und eine neue Rechtsverordnung, die sog. "Selbstüberwachungsverordnung Abwasser" (SüwVO Abw) getreten.
Grundsätzlich gilt, dass Leitungen, die häusliches Abwasser führen, "nur noch" in Wasserschutzgebieten zu prüfen sind. Leitungen, die gewerbliches oder industrielles Abwasser führen, sind unabhängig von der Lage des Grundstückes innerhalb oder außerhalb einer Wasserschutzzone, zu prüfen, wenn sie die Anforderungen eines Anhanges der Abwasserverordnung erfüllen. 
Betroffen sind Schmutz- und Mischwasserleitungen, nicht aber Leitungen, die nur Niederschlagswasser führen, auch dann nicht, wenn Mischwasser in diese Leitung zurückstauen kann.
Grundstücke, die mehr als 3 Hektar befestigte Fläche aufweisen, fallen unter die Regelungen des Teil 1 der Selbstüberwachungsverordnung Abwasser.


2. Was ist überhaupt auf Dichtheit zu untersuchen?
Die Grundstücksentwässerungsleitungen bestehen aus der Grundstücksanschlussleitung vom Hauptkanal in der Straße bis zur Grundstücksgrenze. Diese Leitung liegt im Zuständigkeitsbereich des Städtischen Abwasserbetriebes.
Die private Zuständigkeit umfasst sämtliche Anlagen, die sich auf dem jeweiligen Grundstück des Eigentümers befinden: Die Leitung von der Grundstücksgrenze zum Revisionsschacht, der Revisionsschacht selber, sowie die Leitung vom Schacht bis in das Gebäude hinein, auch die sogenannte Grundleitung unter der Kellersohle.
Der Hausanschluss unterteilt sich in die Grundstücksanschlussleitung, die im öffentlichen Straßenraum liegt (öffentlicher Bereich) und der Hausanschlussleitung (privater Bereich), der von der Grundstücksgrenze bis zum Revisionsschacht oder Reinigungsöffnung im Keller geht.

3. Müssen Revisionsschächte ebenfalls geprüft werden?
Ja, es sind alle Bestandteile Ihrer Grundstücksentwässerungsanlage zu prüfen, sowohl die Schmutzwasserleitungen, als auch die Kontroll- / Revisionsschächte.

4. Liegt mein Grundstück in einer Wasserschutzzone ?
In Leichlingen gibt es zwei Wasserschutzzonen; die Wasserschutzzone Langenfeld-Monheim im Westen der Stadt und die Wasserschutzzone der Sengbachtalsperre im Nord-Osten des Stadtgebietes.
Gerne geben wir Ihnen telefonisch, per E-Mail oder in einem persönlichen Gespräch Auskunft.
Sie können aber auch den ELWAS-Service des Landes nutzen. Er bietet ebenfalls die Möglichkeit anhand einer Straßensuche festzustellen, ob Ihr Grundstück in einer Wasserschutzzone liegt.

5. Was muss ich machen?
Wer seine Leitungen nach dem 1.1.1996 geprüft hat und hierüber hinreichend dokumentierte Prüfergebnisse vorlegen kann, braucht keinen erneuten Dichtheitsnachweis zu führen. Das bedeutet beispielsweise, dass Sie, wenn Sie in einer Wasserschutzzone wohnen, häusliches Abwasser ableiten und einen entsprechenden Dichtheitsnachweis vorweisen können, der am 30.06.1998 erstellt wurde, vor dem 31.12.2045 keine neuerliche Prüfung durchführen müssen. Diesen Dichtheitsnachweis können Sie in Kopie an den

Städtischer Abwasserbetrieb
Stadt Leichlingen
Am Schulbusch 16
42799 Leichlingen

schicken. Alternativ können Sie auch warten, bis Sie von uns aufgefordert werden, uns diesen Nachweis vorzulegen.

Falls Sie keinen gültigen Dichtheitsnachweis (ausgestellt nach dem 1.1.1996) vorliegen haben und unter die Regelungen der SüwVO Abwasser fallen, so stellt sich der Ablauf wie folgt dar:
· Sachkundigen Unternehmer für die Durchführung der Dichtheitsprüfung suchen.
· Mehrere Angebote verschiedener Anbieter anfragen
· Bevorzugtes Unternehmen beauftragen
· Wie muss ich die Prüfung durchführen?
· Die Leitung ist dicht => Dichtheitsbescheinigung
· Meine Leitung ist undicht! Was mache ich jetzt?

Wir haben das Vorgehen noch einmal in einem Ablaufschema zusammengefasst und stehen Ihnen gerne für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

6. Wann muss ich die Dichtheitsprüfung durchführen?
Eine erste grobe Übersicht finden Sie in dieser Fristentabelle.

7. Wen muss ich beauftragen?
Für die Durchführung der Dichtheitsprüfung muss eine sachkundige Person beauftragt werden. Die Sanierungsmaßnahmen sollen von Fachplanern geplant und von geeigneten Fachfirmen durchgeführt werden.

8. Wie finde ich Fachfirmen, Sachkundige?
Eine einheitliche Liste der Sachkundigen Unternehmer des Landes NRW wird auf der Internetseite des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz geführt. Fachplaner und Fachfirmen für eine eventuell notwendige Sanierung der Hausanschlussleitungen können über die entsprechenden Kammern (z.B. Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Ingenieurkammer Bau) und über die Gelben Seiten ermittelt werden.

9. Muss nach einer notwendigen Sanierung erneut auf Dichtheit geprüft werden?
Ja, nach Abschluss der Sanierungsmaßnahme ist eine erneute Prüfung der sanierten Leitungen durch einen Sachkundigen notwendig. Bei Sanierung durch ein grabenloses Verfahren (Inlinerverfahren) ist zusätzlich zur Dichtheitsprüfung auch noch eine Inspektion des sanierten Bereichs per Kanalkamera zweckmäßig. Der Abwasserbetrieb empfiehlt für die Prüfung und Sanierung unterschiedliche Firmen zu beauftragen.

10. Welchen Inhalt sollte eine Bescheinigung zur Dichtheitsprüfung enthalten?
Im Interesse des Grundstückseigentümers muss die Bescheinigung folgenden Inhalt aufweisen bzw. Unterlagen umfassen (§9 SüwVO Abw):

- Lageplan mit einer Darstellung des Prüfobjektes (Straße, Hausnummer, Gebäudebezeichnung bei mehreren Gebäuden auf einem Grundstück, Darstellung der gesamten Abwasserleitungen mit eindeutiger Kennzeichnung der geprüften Leitungsbestandteile und deren Dimensionen (Längen, Material und Nennweiten)

- Angabe der Prüfverfahren und Prüfmethoden (TV-Untersuchung, Prüfung mit Wasser oder Luft mit Angabe des beaufschlagten Drucks) und Angabe des angewandten technischen Regelwerks

- Beschreibung der Ergebnisse der Prüfung (bei der TV-Inspektion und durch Inaugenscheinnahme: erkannte Schäden, festgestellter Wasserverlust bzw. Druckänderung usw.) mit folgendem Inhalt:

- Bestätigung, dass eine ordnungsgemäße Abwasserbeseitigung vorliegt (kein Drainagewasseranschluss an den Schmutzwasser- oder Mischwasserkanal; kein sonstiger Fehlanschluss z.B. Niederschlagswasser wird dem Schmutzwasserkanal zugeführt bzw. Schmutzwasser wird in den Regenwasserkanal eingeleitet);

- Endergebnis der Prüfung der Leitung (dicht/undicht); wenn vorhanden ist ein EDV-gestütztes Prüfprotokoll beizulegen;

- bei einer Untersuchung mit TV-Kamera ist ein Video-, eine CD-ROM oder eine DVD zu fertigen.

Zur Dichtheitsbescheinigung (Anlage 2 SüwVO Abw)

11. Wem muss ich die Bescheinigung schicken?
Die Bescheinigung ist vom Grundstückseigentümer aufzubewahren und dem Abwasserbetrieb auf Verlangen vorzulegen. Schäden am Anschlusskanal sind dem Abwasserbetrieb unverzüglich mitzuteilen.

12. Was kosten optische Inspektion, Dichtheitsprüfung und Sanierung?
Die Kosten einer optischen Inspektion beziehungsweise Dichtheitsprüfung lassen sich pauschal nicht beziffern. Die Kosten sind abhängig von den Umständen im Einzelfall, wie zum Beispiel:
· der Länge und dem Verlauf der Leitungen
· dem Verzweigungsgrad der Leitungen
· der Zugänglichkeit der Prüföffnungen bzw. Prüfschächte
· dem Verschmutzungsgrad der Leitungen

Auch eine pauschale Kostenaussage zu eventuell notwendigen Sanierungsmaßnahmen lässt sich vorab nicht treffen. Die dabei anfallenden Kosten sind abhängig von:
· der Anzahl und der Art der vorhandenen Leitungsschäden
· der Länge und dem Verlauf der Leitungen
· dem Verzweigungsgrad der Leitungen
· der Zugänglichkeit der Prüföffnungen oder Prüfschächte
· der gewählten Sanierungsmethode

Bei privaten, gemeinschaftlich genutzten Grundstücksentwässerungsanlagen (zum Beispiel bei Reihenhäuser, etc.) sind die Überprüfungen von den Grundstückseigentümern zu veranlassen. Über die vom Einzelnen zu tragenden Kostenanteile müssen sich die Grundstückseigentümer untereinander auf privatrechtlicher Basis einigen.

13. Wie lassen sich anfallende Kosten reduzieren?
Ein Zusammenschluss mit Nachbarn für die Beauftragung von Firmen, sowie das Einholen von mehreren Vergleichsangeboten ist sinnvoll. Beim Bauamt der Stadt Leichlingen besteht die Möglichkeit, Einsicht in die Hausakte zu nehmen und die notwendigen Planunterlagen zu kopieren. Bodenabläufe, Revisionsöffnungen bzw. Revisionsschächte im Keller und auf dem Grundstück sollen freien Zugang haben. Werden bei der Dichtheitsprüfung Schäden festgestellt, ist es ratsam, einen Fachplaner zu beauftragen, der ein geeignetes Sanierungsverfahren vorschlägt.

14. Werden die Kosten von der Gebäudeversicherung übernommen?
Dies hängt von der abgeschlossenen Versicherungspolice und von der Art des Schadens ab. Der Abwasserbetrieb empfiehlt im Einzelfall bei der eigenen Versicherung nachzufragen.

15. Welche Finanzierungsmöglichkeiten stehen Eigentümern zur Verfügung?
Die Kosten für die Dichtheitsprüfung sind vollständig von den Grundstückseigentümern zu tragen. Die NRW.Bank fördert die Sanierung privater Abwasserleitungen auf dem eigenen Grundstück mittels zinsvergünstigter Darlehn. Den Antrag stellen Sie ausschließlich über Ihre Hausbank. Hier erhalten Sie auch weitergehende Informationen zur Förderung. Bitte beachten Sie unbedingt dass die Förderung vor Beginn der Arbeiten beantragt werden muss.
Öffentliche Zuschüsse für die Durchführung der Dichtheitsprüfung gibt es nicht.
Es gibt jedoch einige weitere angepasste Kreditangebote der Banken. Fragen Sie bitte bei diesen nach und vergleichen Sie mehrere Angebote miteinander.

16. Wie oft müssen Abwasserleitungen auf Zustand und Funktionsfähigkeit geprüft werden ?
Für Abwasserleitungen, die häusliches Abwasser führen, gilt eine Frist zur Wiederholungsprüfung nach 30 Jahren. Diese Regelung stellt eine Abweichung zur DIN 1896-30 dar.
Abwasserleitungen, die zur Fortleitung gewerblichen Abwassers dienen, fallen unter die Regelungen der DIN 1986-30. Diese schreibt für bestehende Abwasserleitungen innerhalb der Wasserschutzzone II eine Wiederholungsprüfung nach 5 Jahren, innerhalb der Wasserschutzzone III nach 5 bis 10 Jahren und außerhalb von Wasserschutzzonen nach 5 oder 20 Jahren vor.

17. Mit welchen Konsequenzen muss ich rechnen, wenn ich die Dichtheitsprüfung nicht fristgerecht durchführe?
Wer den Dichtheitsnachweis nach Fristablauf nicht vorlegen kann, begeht nach     §14 SüwVO Abw NRW eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 € geahndet werden kann. Ferner müssen Sie damit rechnen, dass der Abwasserbetrieb Ihnen eine zeitlich befristete Sanierungsverfügung zustellt.

HINWEIS:
Für Inspektions- und Sanierungsfirmen gibt es ein sehr großes Auftragspotential. Das haben auch eine Reihe unseriöser Firmen (Kanalhaie) erkannt. Bei den Kanalhaien arbeiten oftmals Drückerfirmen und Kanaldienstleistungsunternehmen zusammen.
Die Drückerfirmen gehen auf Kundenfang. Bevorzugt werden ältere Besitzer von Einfamilienhäusern, bei denen anzunehmen ist, dass sie ihr Haus in Ordnung halten wollen und dazu auch die nötige Kaufkraft haben.
Die Masche ist ganz einfach: es wird eine Kamerauntersuchung der Grundleitung für ca. 40-50 Euro pauschal angeboten. Nimmt der Kunde das Angebot an, wird aber dafür keine umfassende TV Untersuchung der Grundleitung vorgenommen. Der erste Auftrag, für den Schnäppchenpreis, ist nur der Türöffner. Mit diesem kommt nur der Erstkontakt zustande.
Nachdem die Leitung vermeintlich untersucht wurde, wird dem Kunden häufig ein Video „seiner“ Leitung vorgeführt, in dem schwere Schäden zu sehen sind. Es wird versucht, Angst zu schüren und den Kunden zu einer umfassenden Sanierung „seiner“ Leitung zu einem überhöhten Preis zu bewegen.

Tätigen Sie keine Geschäfte an der Haustür, sondern informieren Sie sich umfassend und lassen sich beraten. Seriöse Firmen tätigen keine Haustürgeschäfte. Beauftragen Sie auf jeden Fall eine Firma, die auf der  Liste der Sachkundigen Unternehmen des LANUV geführt ist.